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Disserationsprojekt: Kriegsberichterstattung revised: Forschungstradition, Status quo und Trends. Eine Sekundäranalyse der wissenschaftlichen Forschung im Feld der öffentlichen Kriegskommunikation.

 

So gut, wie Krieg den Aufmerksamkeitsregeln des Medienbetriebes entspricht, so gut erfüllt
offenbar die Kriegsberichterstattung die Anforderungen der Themenwahl in der Kommunikationswissenschaft“, beschreiben Eilders & Hagen (2005: 205) den Zusammenhang von medial besonders stark beobachteten Kriegen und ihrer regen wissenschaftlichen Thematisierung. Dies mag begründen, weshalb das Forschungsfeld Kriegskommunikation von einer enormen Vielzahl an Fallstudien über einzelne Konflikte dominiert wird, die selten aufeinander Bezug nehmen und das Forschungsfeld unüberschaubar machen – trotz aufschlussreicher Einzelbefunde ist die Forschung von einer systematischen Erschließung des Forschungsfeldes weit entfernt.
Hier möchte die geplante Dissertation ansetzen und das für die Kommunikations- und Medienwissenschaften relevante Forschungsfeld der Kriegskommunikation erschließen: Mittels einer differenzierten Sekundäranalyse sollen dazu die verwendeten Ansätze, Fragestellungen, Vorgehensweisen und Befunde im Forschungsfeld nachgezeichnet, bewertet und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Im Zentrum stehen daher Fragen nach Forschungstraditionen, Status quo und Entwicklungen im Forschungsfeld der Kriegskommunikation.
Neben dem Fokus auf das kommunikationswissenschaftliche Forschungsfeld werden auch Studien aus anderen Disziplinen, die sich mit der Kriegskommunikation beschäftigen, analysiert. So sollen die interdisziplinären Forschungsfoki benannt und darauf  aufbauend eine gemeinsame Agenda für zukünftige Arbeiten im Forschungsfeld der Kriegskommunikation bestimmt werden.
Theoretische Zielstellung der geplanten Dissertation besteht darin, basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen aus den Studien (z.B. über verwendete Theorie bzw. Ansätze und deren Befunde etc.) ein umfassendes theoretisches Modell der Kriegskommunikation zu entwickeln.

 

Ansprechpartner: Kathrin Schleicher  

DFG-Projekt: Militärische „Media Relations“. Die Beziehungen von Bundeswehr und US-Streitkräften zu den Medien: Vergleichende Analyse des militärischen Kommunikationsmanagements seit 1990

 

Bei dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsvorhaben handelt es sich um zwei Teilprojekte, die in einen größeren Forschungsverbund zum Thema „Militär und Medien im 20. Jahrhundert“ integriert sind. Beide Unterprojekte konzentrieren sich – wie die anderen Teilprojekte des Gesamtvorhabens – auf die Analyse der militärischen Seite der Beziehungen von Militär und Medien. Untersuchungsgegenstände sind demnach die Bundeswehr und die US-Streitkräfte sowie die für die jeweiligen militärischen Organisationen unmittelbar verantwortlichen politischen Leitungsorganisationen (BMVg, Pentagon) in ihren Beziehungen zu den Medien.
Als vergleichende Längsschnittanalyse konzipiert, werden die beiden Teilprojekte die Frage beantworten, wie und aus welchen Gründen sich die Medienbeziehungen der Bundeswehr im Vergleich zu den US-Streit­kräften von 1990 bis zur Gegenwart verändert haben. Dabei werden die Aufgaben, Leistungen und Strukturen der Militär-Medien-Beziehungen ebenso im Mittelpunkt stehen wie die Beziehungen der militärischen zu den sicherheitspolitischen Media Relations. Um das bisher in der Kommunikationswissenschaft vernachlässigte Feld der medienbezogenen Organisationskommunikation des Militärs systematisch erschließen zu können, wird ein Mehrmethoden-Design aus Dokumentenanalysen und Leitfadeninterviews eingesetzt. Mit Hilfe der Ergebnisse wird ein Beitrag zur Etablierung einer Theorie der Politik-Militär-Medien-Interrelationen geleistet.
Das Forschungsteam an der TU Ilmenau wird geleitet von Professor Martin Löffelholz. Die Projektgruppe besteht aus den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Kathrin Schleicher und Claudia Auer.

Ansprechpartner: Claudia Auer and Kathrin Schleicher  

Forschungsprojekt: Relevanz von Mobilkommunikation und Internet bei innerstaatlichen Krisen – am Beispiel der Post-Election-Crisis in Kenia

 

Handys, Twitter, flickr, Blogs und Onlinekampagnen über Social Onlinecommunities: Gerade in der Krise und bei eingeschränktem Zugang zu Informationsquellen haben sich Mobilkommunikation und die Funktionalitäten des Web 2.0 als deutlich relevant, nicht nur für die interpersonale, sondern auch für die öffentliche Kommunikation gezeigt.
Nach den Präsidentschaftswahlen in Kenia Ende Dezember 2007 und den anschließenden 2-monatigen Unruhen, ist die Bevölkerung mit einer bis dato unbekannten Flut von Hass- und Einschüchterungs-SMS überzogen worden, die letztlich die Regierung und Mobilfunkbetreiber dazu veranlasst haben, ebenfalls per SMS Strafandrohungen oder deeskalierende Mitteilungen zu verschicken. Zudem entstanden – nicht zuletzt wegen eines Liveberichterstattungsbanns durch die Regierung – innerhalb kürzester Zeit eine Vielzahl von Blogs, Foren und Onlinekampagnen wie zum Beispiel die Plattform Usahidi, die neben der Diaspora auch einheimische Medien mobilisierten und als Referenzmedien auch die Berichterstattung, vor allem im Radio, mitprägten.
In einer explorativen Studie hat sich Matthias Duchscherer mit der Relevanz von Mobilkommunikation und Internet bei innerstaatlichen Krisen am Beispiel der Post-Election-Crisis in Kenia beschäftigt. Methodische Basis der Studie bildete die teilnehmende Beobachtung und qualitative Tiefeninterviews u.a. mit Bloggern, Journalisten, Kenner der politischen Szene und Empfängern von Hass-SMS.

Ergebnisse der Studie stellte Matthias Duchscherer im Mai auf dem Deutsch-Ostafrikanischen Mediendialog in Nairobi vor. Die Konferenz veranstaltete das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), an der Journalisten und Wissenschaftler aus Deutschland und Ostafrika teilnahmen.

Ansprechpartner: Matthias Duchscherer

Dissertationsprojekt: "Public Relations und Krisen - Ein kovariationsbasierter Ansatz der Kausal- und Verantwortungsattributionen von Anspruchsgruppen unter Krisenbedingungen"

 

Das Forschungsprojekt befasst sich mit der Frage, wie und unter welchen Bedingungen Anspruchsgruppen von Organisationen Ursachen- und Verantwortungszuschreibungen für Krisenereignisse vornehmen. Auf Basis sozialpsychologischer Ansätze (Attributionstheorie) wird der Einfluss verschiedener Informationsdimensionen auf Attributionen und die Reputation von Organisationen im Krisenkontext experimentell überprüft. Daraus ergeben sich neben wissenschaftlicher Erkenntis zur Reputationsbildung auch anwendungsbezogene Strategieoptionen für Unternehmen und andere Organisationen.

Ansprechpartner: Andreas Schwarz

Dissertationsprojekt: "Strukturen und Funktionen von Medien der internen Organisationskommunikation. Entstehung und Nutzung von Medienangeboten einer Großorganisation am Beispiel der Bundeswehr"

 

Das Projekt will die strukturelle und handlungsprogrammatische Dimension des Entstehungsprozesses von Medienangeboten der internen Organisationskommunikation der Bundeswehr und des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) untersuchen und zum anderen die Dimension der Nutzung dieser Medienangebote betrachten. Dabei sollen die Funktionen und tatsächlichen Leistungen der Bundeswehrmedien für die Gesamtorganisation und ihre Teilbereiche ermittelt werden. Daraus ergeben sich zwei Zielsetzungen:

  1. Transfer des Modells der integrierten Unternehmenskommunikation auf eine öffentliche Großorganisation und die Weiterentwicklung der integrierten Organisationskommunikation im Rahmen einer crossmedialen Kommunikationsstrategie am Beispiel der Bundeswehr und ihrer internen Kommunikation. Im Fokus stehen die Leistungen der Medien der internen Organisationskommunikation, die sie für die Gesamtorganisation sowie für einzelne Teilbereiche der Bundeswehr und des Geschäftsbereichs des BMVg erbringen.
  2. (Weiter-)Entwicklung einer strategischen nutzersichtorientierten Evaluation von organisationseigenen Medien(angeboten) auf Basis theoretischer Ansätze der motivationalen Mediennutzungsforschung. Das entwickelte Evaluationsinstrument soll in einem standardisierten Mess- und Bewertungssystem münden, mit dem unabhängig von der Organisation die Leistungen der (internen) Medien der Organisationskommunikation gebenchmarkt werden können.

Ansprechpartner: Matthias Duchscherer

 

Sicherheitspolitische Kommunikation in Deutschland

 

In einem Studienprojekt untersuchen Studierende der Angewandten Medienwissenschaft der TU Ilmenau seit Oktober 2004 unter Leitung von Professor Martin Löffelholz die wichtigsten Akteure und Strukturen der sicherheitspolitischen Kommunikation in Deutschland. In der ersten Projektphase (Oktober 2004 bis März 2005) wurden zunächst die Organisationsziele sowie Merkmale der internen und externen Kommunikation ausgewählter Akteure des sicherheitspolitischen Netzwerks in Deutschland betrachtet. Zudem wurde der Blick auf die Ausprägung der bestehenden Kommunikationsbeziehungen zwischen den untersuchten Einrichtungen gerichtet.

In der zweiten Projektphase (April bis September 2005) wurden weitere sicherheitspolitisch relevante Institutionen in die empirische Analyse einbezogen. Zudem wurde konkreter analysiert, wie bestimmte sicherheitspolitische Themen in die Öffentlichkeit bzw. an die jeweiligen Zielgruppen der Organisation vermittelt werden. Als Themen von innen- und außenpolitischer Relevanz wurden ausgewählt: das Themenfeld ‚islamistischer Terrorismus' und das Themenfeld ‚Auslandseinsätze der Bundeswehr'.

In der bereits geplanten dritten Projektphase (Oktober 2005 bis März 2006) wird eine prototypische Evaluation der sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. Am Beispiel der Berichterstattung über die Auslandseinsätze der Bundeswehr werden ausgewählte Medien inhaltsanalytisch untersucht. Zwischenergebnisse der Studie werden im Januar 2006 in der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation vorgestellt (gemeinsam veranstaltetes Seminar).

Einen Zwischenbericht über die wichtigsten Ergebnisse der ersten Projektphase stellen wir Ihnen an dieser Stelle zur Verfügung:
Zwischenbericht "Strukturen sicherheitspolitischer Kommunikation in Deutschland" (Prof. Dr. Martin Löffelholz)

Ansprechpartner: Martin Löffelholz

 

 

 

 

 

 
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